Pirelli – Das neue Reifenmodell

Pirelli Reifenmodell

Turn 10 hat eine Menge Daten von ihrem Partner Pirelli erhalten und konnte deshalb das Verhalten der Reifen im Spiel sehr genau übernehmen. Jedes Rennspiel, dass der Kategorie Simulation zugeordnet wird, spezialisiert sich auf einen Part aller physikalischen Faktoren. So wie es Grand Prix Legends z.B. mit dem Fahrwerk macht, simuliert Turn 10 den Reifen wie kaum ein anderes Spiel.

Die Partnerschaft zwischen Pirelli und Turn 10 hat in erster Linie Auswirkung auf die Reifen, die den Spielern die Möglichkeit gibt, verschiedene Reifen mit unterschiedlichen Verhaltensweisen zu nutzen. Wir haben uns deshalb das neue Reifenmodell für euch näher angeschaut und die Unterschiede zwischen den einzelnen Reifen, die sich auch unterschiedlich auf die Performance der Autos auswirken festgehalten.

Als Testwagen dient der Honda Civic Type-R von 1997 der erstmals im Forza Franchise dabei ist. Mit 1,6-Liter Hubraum (182 PS) und einem Gesamtgewicht von weniger als 1.090 kg, geht der rote Drehzalbereich bis fast 10.000 U / min. Wir wählten als Teststrecke Tsukuba, dass unserer meiner Meinung nach in Verbindung mit engen und schnellen Kurven, den harten Verzögerungen ideal für unser Vorhaben ist. Alle Beschleunigungs-Tests wurden auf dem 400m Dragstrip von Infineon Raceway absolviert. Für die Tests blieb das Auto im Originalzustand. Alle Fahrhilfen bis auf das ABS wurden abgeschaltet und lediglich die unterschiedlichen Reifen aufgezogen.

SERIEN-REIFENMISCHUNG
Schon auf den ersten Runden spürt man, dass dieser Reifen eine gute Haftung bietet. Man kann tatsächlich einen deutlichen Unterschied im Fahrverhalten zu Forza Motorsport 3 feststellen und wie akribisch Turn 10 dieses Ziel verfolgt hat. Das Auto hält die Spur und kommt beim Bremsen deutlich mit dem Heck. Man merkt ein leichtes Untersteuern und auch Schlupf beim Herausbeschleunigen. Durch dieses Fahrverhalten kommt man dann auch sehr bald an die Grenzen des Machbaren, was sich sehr deutlich in der letzten Rechts vor Start/Ziel bemerkbar macht.

Daten:
400m Beschleunigung : 15,816s
0 auf 100 km/h : 5,7s
Bremsen von 100-0 km/h : 38m

SPORT-REIFENMISCHUNG
Von Anfang an fühlte ich das Auto besser an. Wir können früher beschleunigen und später bremsen. Das Untersteuern ist fast verschwunden und auch die letzte Rechts macht jetzt weniger Probleme. Man kann etwas mehr Geschwindigkeit auf die Start/Ziel Gerade mitnehmen und so drückt dieser Reifen unsere Zeit um eine gute Sekunde.

Daten:
400m Beschleunigung : 15,701s
0 auf 100 km/h : 5,6s
Bremsen von 100-0 km/h : 36m

RENN-REIFENMISCHUNG (Slicks)
Sie sind weicher, haben mehr Auflagefläche und sind eindeutig eine andere Welt! Das Auto reagiert perfekt und das Untersteuern ist weg. Zusätzlich bietet die weichere Reifenmischung durch die höhere Haftung ein Plus beim Beschleunigen. Das Heck ist beim Anbremsen deutlich ruhiger und unterstützt das harte anbremsen, was zur Folge hat, dass auch die Bremspunkte sehr viel später gewählt werden. Auch nach 15 Runden bleiben die Rundenzeiten konstant und wir finden gegenüber den Sportreifen wieder etwas über eine Sekunde. Wir sprechen hier von guten 2,5 Sekunden auf Tsukuba gegenüber dem Originalreifen und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Leistungsindex sprunghaft ansteigt, sobald man Slicks aufzieht. Ein wichtiger Punkt den man beachten sollte, wenn man beim Tunen eines Serienfahrzeugs in einer bestimmten Klasse bleiben möchte. Denn anders als bei den Rennwagen profitiert der LI am meisten von diesem Reifen.

Daten:
400m Beschleunigung : 15,600s
0 auf 100 km/h : 5,2s
Bremsen von 100-0 km/h : 33m

DRAG-REIFENMISCHUNG

Wir wussten nicht was uns mit diesem Reifen erwartet, da Turn 10 die Verwendung für den Dragstrip vorgesehen hat. Letztendlich ist es aber möglich diesen Reifen auch auf anderen Strecken zu nutzen und so haben wir diesen auch in Tsukuba aufziehen lassen. Die Rundenzeiten nehmen mit steigender Temperatur rapide ab und liegen nach wenigen Runden eine gute Sekunde unter der Serien-Bereifung! Wir sind deshalb recht schnell zu dem Entschluß gekommen, dass dieser Reifen für den normalen Renneinsatz nicht taugt. Also fanden wir uns schnell auf dem Infineon Raceway ein um sein tatsächliches Potenzial auf dem Dragstrip zu testen. Während bei den vorherigen Reifen der Unterschied nur marginal war bietet der Dragster Reifen eine phänomenale Haftung beim Start. Der beste Richter ist aber die Uhr und nach ein paar Versuchen war klar, dass der Unterschied zu den anderen Reifen auf der Hand liegt. Er spricht beim Beschleunigen mit fast einer Sekunde gegenüber dem Originalreifen eine deutliche Sprache.

Daten:
400m Beschleunigung : 15.100s
0 auf 100 km/h : 5,1s
Bremsen 100-0 km/h : 32m

Die Arbeit zwischen Turn 10 und Pirelli macht sich also bezahlt. Es wird sicher Spieler geben die nicht alle Nuancen zwischen den Reifen bemerken, aber grundsätzlich wird sie jeder zu spüren bekommen. Alle die bereits schon die vorherigen Teile von Forza Motorsport gespielt haben, werden die Mühen die Turn 10 in dieses Thema gesteckt hat zu schätzen wissen.

 

Wir haben bei unserem Reifentest die Reifenabnutzung eingeschaltet um die Unterschiede in den Reifenmischungen möglichst genau zu ermitteln. Dabei brauchen die Reifen etwa 4-6 Runden um auf die optimale Temperatur zu kommen und so fuhren wir unsere Bestzeiten zwischen der 6. und 8. Runde. Uns fiehl auf, dass der Dragreifen besonders in den ersten Runden einen Vorteil gegenüber den anderen Reifen hat. Gerade beim Start und Herausbeschleunigen ist er den anderen Reifen im kalten Zustand überlegen und ist eine Überlegung wert, ihn für kurze Stints aufzuziehen. Nach wenigen Runden und steigender Temperatur verlaßen den Dragreifen jedoch die Kräfte und man verliert bereits auf Tsukuba, einer recht kurzen Strecke eine gute Sekunde pro Runde gegenüber dem Serienreifen. 

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Autor: A. Martin Alle Artikel von

4 Kommentare zu "Pirelli – Das neue Reifenmodell"

  1. Chocolate 15. November 2011 um 13:34 -

    Die neue Fahrphysik lebt vom neuen Reifenmodell. Toller Bericht! Ein nicht ganz unwichtiges Thema ist auch der Luftdruck. Vielleicht schreibt ihr dazu auch mal was. :)

  2. Schrai 15. November 2011 um 21:59 -

    Was ich gut finde ist, dass das nicht irgendwer getestet hat. Nicht falsch verstehen, aber meistens sind fahrerisch noch Sekunden drin, je nachdem wer fährt. Hier weiss ich, dass man nicht nur am Limit ist, sondern auch zu den besten Fahrern weltweit gehört. So kann man am besten den tatsächlichen Vorteil der unterschiedlichen Reifen ermitteln und das hat mehr Aussagekraft, als wenn das irgend so eine Gamingseite macht. Danke dafür!

  3. Mighty 20. April 2012 um 15:30 -

    Ich finde dass sich die Rennreifen zu langsam abnutzen. Ich glaube so ein weicher Slickreifen müsste sich schon etwas schneller weg radieren. Zuammen mit dem geringen Spritverbrauch macht das Boxenstops bei Rennen unter 1 Stunde eigentlich überflüssig.

  4. Tuhnafisch 22. April 2012 um 23:51 -

    Super Beitrag,danke dafür.

    Ich würde es auch begrüßen wenn ihr das Thema Reifendruck ebenso beleuchten würdet.

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