Forza Motorsport – Retrospektive

Forza Motorsport

Im Mai 2005 debütierte Forza Motorsport und hat bis heute einen langen Weg zurückgelegt. Grund genug für einen Rückblick. Als Forza Motorsport von Microsoft angekündigt wurde, war das Ziel klar definiert: man wollte gegen Gran Turismo in den Kampf ziehen.

Ein nicht gerade leichtes Unterfangen, denn wollte man erfolgreich aus diesem Feldzug gehen, musste man in die gleiche Kerbe hauen und sich gleichzeitig vom Rivalen unterscheiden. Microsoft gründete für dieses Vorhaben 2001 die Turn 10 Studios die in den darauf folgenden drei Jahren an einem Rennspiel arbeiteten, dass durch eine überragende Fahrphysik überzeugen und das Onlinenetzwerk von Microsoft mit großartigen Funktionen nutzen sollte.

Um sich jedoch von Gran Turismo abzuheben, war mehr von Nöten und so holte man sich mit Ferrari und Porsche zwei starke Partner die das neue Franchise mit legendären Inhalten versorgen sollten, auf die man in Gran Turismo lange Jahre verzichten musste. Forza Motorsport hebte sich mit dieser Entscheidung nicht nur deutlich von Gran Turismo ab, sondern stieg automatisch in der Gunst der Spieler.

Dabei sollte es aber nicht bleiben. Ein weiteres wichtiges Merkmal, dass die beiden Titel unterscheidet, lieferte der Livery Editor. Durch dieses Feature wurde es erst möglich, sein Auto individuell anzupassen. Mit einem unglaublichen Furhpark von 231 Fahrzeugen und der Möglichkeit, sie alle nach seiner eigenen Vorstellung zu gestalten, lieferte Turn 10 den wohl größten und wesentlichen Unterschied zu Gran Turismo. Der freien Entfaltung wurden keine Grenzen mehr gesetzt und jedes Auto konnte einzigartig sein.

Ein Modell sorgte dann dafür, dass diese Einzigartigkeit Schaden nimmt und obwohl es sich paradox anhört, so war es auch das Schadensmodell von Forza Motorsport, dass für Begeisterung sorgte. Turn 10 beliess es dabei aber nicht nur einfach bei einer optischen Auswirkung, sondern zwang die Spieler sich mit einem nicht mehr intakten Fahrzeug auseinanderzusetzen und damit für ein gänzlich neues Erlebnis auf den Konsolen sorgte.

Auch besiegelte man das Ende einsam an der Konsole seine Runden zu drehen, indem man Forza Motorsport durch einen ausgefeilten Multiplayer-Modus bereicherte, der das noch junge Xbox LIVE ausreizte und dafür sorgte, dass man die Community zusammenbrachte. Um sicher zu gehen, nahm man sich einer weiteren großen Schwäche von Gran Tursimo an, die bis heute anhält, der Ton. Bekanntlich macht der Ton die Musik, und obwohl wir hier nicht von Noten sprechen, so ist doch eine Melodie gemeint die den Ohren der Fans schmeichelt. Gran Turismo ist längst für die Liebe zum Detail bekannt, einer Liebe die nicht von der Audio-Abteilung bei Polyphony Digital geteilt und immer wieder kritisiert wird. Doch es war Turn 10 die sich dieser Kritik bewusst wurden und annahmen.

Natürlich war man sich bei Microsoft und Turn 10 darüber im Klaren, dass das alles auch Perlen vor die Säue hätten sein können, doch man sollte diese Leidenschaft für dieses Projekt nicht bereuen. Bis heute konnte man von dem Forza Motorsport Franchise (ohne Forza Motorsport 4) über 10 Millionen Exemplare absetzen. Fragt man heute welches Rennspiel auf der Konsole das bessere ist, so wird man nicht selten “Forza Motorsport” zu hören bekommen.

Damit kommen wir auch schon zum Ende dieser Retrospektive die nur einen kurzen Blick in die Vergangenheit werfen sollte und vielleicht verdeutlicht, welche Leistung hinter Forza Motorsport 4 steckt.

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Autor: A. Martin Alle Artikel von

5 Kommentare zu "Forza Motorsport – Retrospektive"

  1. V12 30. November 2011 um 22:40 -

    Gut geschrieben, Herr Kollege. Zu schnell vergisst man, was hinter Forza Motorsport 4 steckt. Zugegeben, die vielen kleinen Fehler machen es einem leicht, aber wenn man bedenkt wie komplex und umfangreich dieser Titel mittlerweile ist, dann ist das eine mehr als respektable Leistung.

  2. elKazaam 1. Dezember 2011 um 01:49 -

    Ein sehr interessanter und aufschlußreicher Bericht, vielen Dank. Da ich beide Seiten kenne, kann ich nur sagen, dass FM wirklich um einiges besser als GT ist. Wobei sich GT selbst ausgeknockt hat, ab den dritten Teil.
    Interessanterweise hört man von FM, meistens erst ab dem zweiten Teil der Reihe. Oder kommt mir das nur so vor?

  3. DTC GoneAJ 1. Dezember 2011 um 14:04 -

    Ich fand den ersten Teil schon grandios! Da gab es schon sehr gute online Funktionen. Es gab schon den online-Club den es wieder im 4ten Teil gibt. Aber bei FM1 konnte man für den Club ein Wappen erstellen. Sind halt Kleinigkeiten die ich immer in den neuen Teilen vermisst habe. ;-)

    • elKazaam 1. Dezember 2011 um 18:55 -

      Weil du diese Kleinigkeiten erwähnst, grad das ist es, was das Spiel so ausmacht. Z.B. bei FM4, dass man in der Cockpit-Ansicht die richtige Uhrzeit sieht oder sich der Drehzahl-Messer richtig bewegt. Oder das man vorausschauend fahren kann, also durch die Gegner vor einem die Strecke erkennt.

  4. DTC GoneAJ 1. Dezember 2011 um 20:21 -

    Klar jeder neue Teil hat immer was Neues mitgebracht, dafür sind halt andere Kleinigkeiten weggefallen. Aber ich denke mit FM4 sind wir alle relativ gut bedient.

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