Basiswissen – Antriebsarten

RUF Rt 12 R

Nicht nur im realen, sondern auch im virtuellen Motorsport steht und fällt der Erfolg, wenn nicht alles auf den eigenen Fahrstil abgestimmt ist. Das betrifft in erster Linie natürlich das Setup und im Gegensatz zur Realität auch, ob man mit Gamepad oder Lenkrad unterwegs ist. Während aber die Wahl zwischen den beiden Steuerungsarten noch einfach ist, gestaltet sich der Rest schon schwieriger.

Unabhängig davon ob man nun mit Lenkrad oder Gamepad fährt, ist neben der Streckenkenntnis und Fahrzeugbeherrschung, dass Setup der Schlüssel zum Erfolg. Ein Thema, dass nicht nur in Forza Motorsport am wenigsten verstanden ist. Unglücklicherweise gibt es dafür keinen Knopf den man drücken kann um wirklich Erfolge zu erzielen, dafür aber umso mehr Theorie(n) und sie alle haben eins gemeinsam. Egal wie viel man zu diesem Thema liest, am Ende wird einem immer eins geraten: es muss zu einem persönlich passen.

Von den vielen Optionen in Forza Motorsport erschlagen, wird nun vergeblich versucht die zu einem passende Einstellung zu finden, was nicht selten in Frust endet. Meistens liegt es aber nicht daran, dass man nicht über genügend Wissen verfügt – auch nicht “geheimes” -, sondern daran, dass man keine Strategie hat und die Basis vernachlässigt.

Sehr vieles – wenn nicht alles – hängt also davon ab, für welches Auto man sich entscheidet. Und damit ist nicht gemeint, welchen Hersteller oder Leistungsklasse man bevorzugt, sondern wie das Fahrzeug eigene Befehle auf der Strecke umsetzt. Sicher hängt das von vielen Faktoren ab und bei einem Fuhrpark von über 500 Autos in Forza Motorsport 4 wird man wohl kaum alle dahingehend testen wollen. Deswegen sollte man die Wahl des Autos vom wohl wichtigsten Kriterium abhängig machen, der Antriebsart.

Davon gibt es sieben und das macht die ganze Sache schon sehr viel überschaubarer. Jede Antriebsart hat ihre eigenen Fahreigenschaften und deshalb ist es wichtig auch zu wissen, wie sie sich unterscheiden um entscheiden zu können, welche davon weniger gut oder am besten zum eigenen Fahrstil passt.

FF: Frontmotor / Frontantrieb
Bei diese Antriebsart liegt der Motor vorne und es werden nur die vorderen Räder angetrieben. Ein Kompromiss der meist bei kleineren Autos mit wenig Leistung anzutreffen ist und zum Untersteuern neigt. Sie sind perfekt für enge und kurvenreiche Strecken und eignen sich bestens um die ersten Erfahrungen mit einem Lenkrad zu machen.

Vorteile:
- gutmütig und bricht nur schwer aus
- einfach aufzurüsten

Nachteile:
- schweres Untersteuern im Kurvenausgang
- Gewicht verlagert sich beim Fahren schlecht, weil auch schlecht verteilt

Beispiel FF Auto: MINI Cooper S

FH: Frontmotor / Heckantrieb
Der Motor ist vorne platziert und die hinteren Räder werden angetrieben. Diese Antriebsart ist klassisch und etwas schwieriger zu meistern als FF. Sie neigt eher zum Übersteuern sowohl beim Ein- und Ausgang einer Kurve. Es braucht etwas mehr Feingefühl und benötigt am Gamepad weniger Arbeit als am Lenkrad.

Vorteile:
- bessere Gewichtsverlagerung und Traktion als FF in allen Leistungsklassen
- vielseitig einsetzbar; gut auf Rundkursen, Driften und Beschleunigungsrennen

Nachteile:
- etwas schwieriger abzustimmen als FF
- Übersteuern ist allgegenwertig

Beispiel FH Auto: Ford Shelby GT500

FA: Frontmotor / Allrad
In dieser Konfiguration bleibt der Motor weiterhin vorne und alle Räder werden über zwei Differentiale angetrieben. Ist leicht zu fahren, aber schwierig das Limit zu finden, egal in welcher Leistungsklasse.

Vorteile:
- extrem gleichmäßige Traktion und startet überlegen
- bricht fast nicht aus / mit gutem Setup garnicht

Nachteile:
- wegen zusätzlicher Teile beim Antrieb schwerer
- Limit im Vergleich zu FF und FH schwieriger zu finden

Beispiel FA Auto: Audi RS4

MH: Mittelmotor / Heckantrieb
Hier ist der Motor idealerweise mittig platziert und es werden die hinteren Räder angetrieben. Sie neigen ebenfalls zum Übersteuern, lassen sich aber besser kontrollieren als FH. Fahrer finden mit Gamepad das Limit u.U. leichter als mit Lenkrad.

Vorteile:
- fast perfekte Gewichtsverteilung
- exzellentes Fahrverhalten und Gewichtsverlagerung

Nachteile:
- bricht Anfängern eher aus
- benötigt schon etwas mehr Fahrübung

Beispiel MH Auto: Ferrari Enzo

MA: Mittelmotor / Allrad
Der Motor bleibt weiterhin idealerweise mittig platziert und es werden alle Räder angetrieben. Damit bietet es alle Vorteile eines MH mit einem sehr neutralen Fahrverhalten und eignet sich sehr gut für Fahrer mit Lenkrad.

Vorteile:
- alle Vorteile des MH ohne Übersteuern
- sehr gute Gewichtsverteilung

Nachteile:
- wegen zusätzlicher Teile beim Antrieb schwerer
- Upgrade nicht ganz einfach

Beispiel MA Auto: Bugatti Veyron 16.4

HH: Heckmotor / Heckantrieb
Hier befinden sich sowohl Motor als auch die angetriebenen Räder hinten und widersteht bis heute der Zeit in der Geschichte des Automobils. Ein gutes Setup ist hier Vorraussetzung um alles aus diesen sehr hecklastigen Autos rauszuholen. Sowohl Fahrer mit Gamepad als auch mit Lenkrad beissen sich hier die Zähne aus.

Vorteile:
- durch die Bauweise leichter
- die Gewichtverteilung und Verlagerung unterstützen das Beschleunigen und Bremsen

Nachteile:
- kann beim Gas wegnehmen manchmal Übersteuern
- neigt andereseits in manchen Situationen zum Untersteuern

Beispiel HH Auto: RUF Rt 12 S

HA: Heckmotor / Allrad
Auch hier befindet sich der Motor hinten, aber es werden alle Räder angetrieben. Diese Antriebsart ist die möglicherweise schwierigste zu fahrende und perfekt abzustimmende. Beide, sowohl Fahrer mit Gamepad und Lenkrad werden gleichermaßen herausgefordert.

Vorteile:
- alle Vorteile des HH plus verbesserte Traktion

Nachteile:
- viele Teile schwerer
- beide Differentiale benötigen viel Abstimmung

Beispiel HA Auto: RUF Rt 12 R

 

Um besser entscheiden zu können was seinem eigenen Fahrstil am besten entspricht,  sollte man jeweils mit einem Vertreter der unterschiedlichen Antriebsarten 3-5 Runde mit dem Standardsetup auf einer Strecke fahren, die man mag und während des Tests nicht wechseln sollte. Unabhängig von der erzielten Rundenzeit wird man mit einer Antriebsart am besten zurechtkommen oder bevorzugen.

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3 Kommentare zu "Basiswissen – Antriebsarten"

  1. Tijji 14. Dezember 2011 um 13:56 -

    fahr am liebsten FA, oft Markenbedingt ab – und an auch ein MA ;)

    fahr mittlerweile so viel FA, da fällt es mittlerweile leicht das Limit zu finden wann man am besten aufhört =)

    FA bin ich auch ne zeitlang gefahren, vor allem RX-7 daher komm ich da auch relativ gut klar =)

    schöne gegenüberstellung =D

  2. Schrai 14. Dezember 2011 um 14:35 -

    Sehr guter Vergleich. Hoffentlich kommt davon noch mehr. Mir liegt FH am besten, also ganz klassisch. :)

  3. elKazaam 14. Dezember 2011 um 17:21 -

    FF – FH – FA sind mein Favoriten.
    Ein sehr guter Bericht, da kann man wieder mal was auffrischen, danke.

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