Tuning Guide Teil 1 – Reifendruck

Tuning Guide - Reifendruck

Sie sind das schwarze Gold und der entscheidende Faktor, wenn es darum geht die Leistung auf den Boden zu bekommen – die Reifen. In Forza Motorsport 4 hat Turn 10 ein besonderes Augenmerk auf den Reifen und seine Verhaltensweise gelegt und zusammen mit Pirelli ein neues Reifenmodell entwickelt, dass ausschliesslich auf Daten zurückgreift, die von Pirelli zur Verfügung gestellt wurden.

Dabei spielt der Reifendruck die entscheidende Rolle, wenn es gilt, dem Reifen sein volles Potential zu entlocken. Ohne einen richtig eingestellten Luftdruck, kann weder die Leistung vernünftig auf die Strecke gebracht, noch das Fahrzeug weniger gut geführt werden, denn er ist es, der für die nötige Haftung und das Ansprechverhalten sorgt. Wird ein zu niedriger Druck gewählt, erwärmt sich der Reifen zu schnell und überschreitet die optimale Reifentemperatur, die einen Haftungsabriss zur Folge hat. Wird er zu hoch gewählt, wird die Auflagefläche niedriger und bietet so grundsätzlich weniger Haftung. Auch sollte das Verhältnis zwischen dem Reifendruck vorne und hinten stimmen und die Vorderreifen näher am optimalen Luftdruck liegen als die hinteren, um z.B. das Einlenken zu untersützen. Doch was ist der optimale Reifendruck oder Temperatur?

Hier wird viel spekuliert und noch mehr experementiert, mit mehr oder weniger guten Ergebnissen. Einer der die Werte kennen sollte ist Pirelli und so haben wir dort einfach nachgefragt, welche Daten an Turn 10 übermittelt wurden. Natürlich muss man in Betracht ziehen, dass sich das Einstellen des optimalen Luftdrucks abhängig vom restlichen Setup zu einer Sisyphos Aufgabe gestaltet, denn weitere Faktoren wie Gewichtsverteilung, Sturz etc. beeinflussen diese Werte. Umso wichtiger ist es, die optimalen Werte des Reifens zu kennen und wie man sie richtig einstellt.

Pirelli hat eine schiere Menge an Daten geliefert, die natürlich heruntergebrochen wurden und man diesen Umstand, wie wir bereits im Artikel “Fahrphysik – Mathe, Mathe, Mathe” erwähnt haben, erst verstehen muss, um sich nicht zu wundern, dass die vorgenommenen Veränderungen nicht den erwünschten Effekt erzielen. Unterschiedliche Antriebsarten und Reifenmischungen, zwingen die Entwickler zu diesem Kompromiss und so sind nur einige der wichtigsten Daten von Pirelli für das Reifenmodell von Forza Motorsport 4 relevant.

Dadurch ergeben sich leicht unterschiedliche Werte zur Realität die man kennen muss, will man das Maximale aus dem Reifen in Forza Motorsport 4 holen. Pirelli gibt deshalb in Forza Motorsport 4 den optimalen Luftdruck für Serienreifen zwischen 2,0 und 2,5 bar und bei Rennreifen mit 1,9 bis 2,2 bar an. Das sind die Bereiche, in denen der Reifen am besten funktioniert. Natürlich ohne die optimale Betriebstemperatur zu vernachlässigen, die laut Pirelli zwischen 82°C und 98°C liegt.

Bevor jetzt in den Garagen kräftig am Setup geschraubt wird noch eins, dass uns Pirelli mit auf den Weg gegeben hat. Eine weiche Reifenmischung verliert verhältnismäßig mehr Haftung, als eine harte sobald die 98°C überschritten werden. Die Differenz der Temperatur sollte zwischen dem linken und den rechten Reifen nach Möglichkeit nicht mehr als 10°C und der Unterschied zwischen den vorderen und hinteren Reifen nicht mehr als 15°C betragen.

Für Drifter gelten natürlich andere Gesetze, was in ihrer Natur liegt, da sie weniger Haftung bevorzugen.

Den Luftdruck stellt man immer kalt ein und nie in zu großen Schritten. Kleine Änderungen haben bereits große Auswirkung. Um in Erfahrung zu bringen welcher Luftdruck benötigt wird, werden etwa drei Runden gedreht und erst dann die Werte aus den Telemetriedaten entnommen und angepasst. Das kann man währed der Fahrt machen, geht aber am besten, wenn man das Replay in aller Ruhe studiert.

Beispiel: Liegt der Reifendruck bei einem Rennreifen nach 3 Runden bei 2,6 bar und 95°C verringert man den Luftdruck im kalten Zustand zwischen 0,4 und  0,7 bar um in den optimalen Bereich zu kommen, aber immer nur soweit, wie es das Verhältnis unter allen vier Rädern zuläßt.

Es ist wichtig die Temperatur gleichmäßig auf dem Reifen zu verteilen. Oft wird dazu geraten, dass mittels des Luftdrucks zu regulieren und führt in den wenigsten Fällen zu einem zufriedenstellenden Ergebnis, weil die von uns genannten Werte bisher unbekannt waren. Besser ist es, den optimalen Luftdruck unter Beachtung der Temperatur einzustellen und erst dann mit dem Sturz den Reifen so auszurichten, dass sich die Wärme möglichst gleichmäßig entwickeln kann. 

 

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9 Kommentare zu "Tuning Guide Teil 1 – Reifendruck"

  1. Schrai 27. Januar 2012 um 07:27 -

    Astrein. Dieser Artikel gehört in alle Foren verlinkt! :)

    • Chocolate 27. Januar 2012 um 07:51 -

      Hab ich auch grad gemacht. :D

  2. elKazaam 27. Januar 2012 um 09:34 -

    Das stimmt in etwa mit dem ein, wie ich meine Reifen einstelle. Danke.

  3. BMW M3 GTR 27. Januar 2012 um 11:51 -

    Kann als Tipp nur noch ergänzen weniger Sturz zu fahren,als es in der Regel bei FM3 der Fall war.Wenn ich mir die Sturzeinstellungen von diversen Setups anschaue,muss man ja annehmen das sich der Pirelli-Reifen bis jetzt recht wenig herum gesprochen hat und man oft mit den alten Einstellungen fährt.Das wird wohl kaum funktionieren.
    Die besten Zeiten bin ich bis jetzt mit einem Sturz vorne/hinten -0.7/-0,6 gefahren.Selbst bis zur R3-Klasse hin.

  4. elKazaam 27. Januar 2012 um 21:09 -

    Was das driften angeht, fahr ich allerdings etwas extremere Einstellungen, zwischen 1,5 und 2,5, je nach Art des Antriebs und des Fahrzeugs.

  5. VRstyle46 1. Februar 2012 um 18:30 -

    Was ich auch interessant finden würde, ein Artikel über die Reifen Dimensionen, manche klatschen einfach überall die grösst möglichen Felgen drauf… Das Reifen-Querschnittsverhältnis ist dann immer recht krass, was den Grip angeht sicher nicht die beste Lösung. Wird das vom Spiel überhaupt berücksichtigt oder ist es egal welche Felgengrösse ich verbaue? Da ich aber kein Spezialist bin, was dieses Thema angeht, wäre ein Bericht doch bestimmt sehr informativ.

    • A. Martin 1. Februar 2012 um 19:52 -

      Warum nicht? Hört sich gut an und das Thema ist sicher nicht uninteressant. :)

    • Stingray 27. Mai 2012 um 20:31 -

      Diese Frage interessiert mich auch brennend! Bei meinen Tuning versuche ich immer einen 35% Querschnitt zu erreichen. Bei vielen stärkeren oder schnelleren Fahrzeugen mit Heckantrieb ist dies aufgrund der breiten Reifen nicht immer möglich was oft einen 30% Querschnitt oder sogar noch weniger erzwingt. (Ich montiere eigentlich immer die breitesten Reifen.) Das ist insofern aber nicht schlimm da der Reifen durch die schmaleren Flanken weniger wanken kann und sich somit weniger erhitzt. (Soweit in der Theorie, wie es sich im Forza wirklich verhällt ist die andere Frage.) Ein anderes Thema sind Rennreifen, in der Wirklichkeit werden dort die Querschnitte grösser. Das hat damit zu tun das dort wesentlich steifere Flanken als bei einem Serienreifen vorhanden sind soweit ich das verstanden habe. Bei meinen Tuning verwende ich auch bei Rennreifen möglichst einen 35% Querschnitt.
      Mfg Beni

  6. kasettenbob 25. August 2014 um 14:05 -

    Mich würde interresieren und ja ich weis es ist lange her ^^ warum es nur Teil 1 des guides gab viele fahrer (mich eingeschlossen) hätten sich vermutlich über mehrer teile gefreut da es doch noch recht schwierig ist gute guides zu finden und im jedem 2ten wieder was anderes steht.

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